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Warum Unternehmen mit der digitalen Transformation scheitern

The HAL Moment (1): Denkanstösse von Christian Fehrlin



Im "HAL Moment" gibt Christian Fehrlin Denkanstösse zu Chancen und Risiken der Digitalisierung. Hin und wieder schaut der "HAL Moment" weit in die Zukunft. Welche Zukunft bauen wir heute?

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Jedes Jahr werden gemäss des Marktforschungs-Riesen Gartner weit mehr als 100 Milliarden Dollar in digitalen Projekten verbrannt. 75% der digitalen Initiativen werden sogar eingestampft oder bringen nicht den gewünschten Erfolg. 17% der Gross-Projekte laufen so sehr aus dem Ruder, dass sie sogar die Existenz der jeweiligen Unternehmen gefährden.

Warum scheitern Unternehmen?
Natürlich sind die Gründe vielschichtig. Doch es sind fünf Hauptgründe zu erkennen:

1

Zu viel Zeit
Technologie verändert sich rasch. Langfristige Projekte scheitern immer wieder daran, dass sie vom technologischen Fortschritt überrollt werden.

2

Zu viel Geld
Firmen investieren viel zu viel Geld in die Umsetzung. Kleine Unternehmen oder sogar Startups kämpfen immer mit Budget-Problemen, sind aber in der Umsetzung agiler und erreichen in kurzer Zeit bessere Erfolge.

3

Zu viele Leute
Statische Projekt-Organisation und der Wunsch, möglichst viele Leute zu involvieren, sind ein Garant dafür, dass ein Projekt scheitert. Wenn zu viele Leute involviert sind, ist es kaum zu verhindern, dass Anforderungen einfliessen, welche keine Priorität haben und letztlich unnötig sind.

4

Zu viele externe Berater
Ein möglichst umfassendes Requirement Engineering und möglichst viele externe Berater im Projekt zu haben, fördert eine effiziente Umsetzung nicht. Niemand hat ein Interesse daran, das Projekt schnell umzusetzen.

5

Zu viele Ambitionen
Es ist spannend, grosse Projekte umzusetzen und gross zu denken. Aber der Eierlegendenwollmilchsau muss man widerstehen. Das Projekt wird überdimensioniert und das Risiko zu scheitern, wird sehr gross.

Wie minimiert man das Risiko?
Es gilt der Grundsatz: Think big, start small. Es hilft auf jeden Fall, eine grosse Vision zu entwickeln und diese auch zu verfolgen. Aber man muss den Elefanten in verdaubare Häppchen aufteilen. Es hilft, wenn kleine Teilstücke so rasch wie möglichst umgesetzt und lanciert werden. Davon kann man viel lernen, und sollte es in eine falsche Richtung gehen, dann hat man nicht viel verloren. Auch hier gibt es vier Grundsätze:

1

Fail fast
So rasch wie möglich scheitern. Scheitern ist wichtig, um neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, was eben nicht geht. Diese Lektion erst nach Abschluss des Gesamtprojektes zu lernen, ist extrem schmerzhaft und auch teuer.

2

Prozesse neu denken
“Wenn man einen Scheiss-Prozess digitalisiert, bekommt man einen digitalisierten Scheiss-Prozess”: so lautet die Binsenweisheit. Digitalisierung bietet das Potenzial, Geschäftsprozesse extrem zu vereinfachen und zu beschleunigen und allenfalls sogar neue Geschäftsmodelle zu entdecken. Diese Chance darf man sich nicht entgehen lassen.

3

Schluss mit dem Rätselraten
Wir alle haben eine Meinung und eine Expertise. Aber diese gilt es zu verifizieren, bevor man mit der Umsetzung beginnt. Einfachste Prototypen helfen, rasch ein User-Feedback zu bekommen. Dadurch wird das Risiko minimiert, etwas zu bauen, was die User nicht verstehen oder nicht benötigen.

4

Verschwinden Sie
Für Innovations-Projekte ist es unerlässlich, dass die gewohnte Umgebung verlassen wird. Ansonsten läuft man Gefahr, dass sich ständig jemand von Marketing, IT, Legal oder Product-Management einmischt und es glaubt, besser wissen. Dies ist für ein Projekt, welches Prozesse neu denken muss, tödlich.

Haben Sie schon einmal ein Projekt in den Sand gesetzt?
Dies wurde ich einmal anlässlich einer Präsentation gefragt. Nein, habe ich geantwortet. Aber das heisst nicht, dass wir keine Fehler gemacht haben. Aus Fehlern lernen zu wollen, ist natürlich eine Standard-Floskel, die man oft hört. Aber für uns ist es wichtig, die Fehler im Projekt so früh wie möglich zu begehen, denn je früher man den Fehler erkennt, umso einfacher ist er zu beheben. Und schliesslich gehört man dann auch nicht zu denen, die zur Gartner-Statistik beitragen.

Was sind Ihre Einsichten? Kontaktieren Sie Christian!
Warum "HAL Moment"? HAL 9000 war 1968 die Zukunft, die wir heute fast schon leben. Heute scheinen wir wieder vor einer exponentiellen Entwicklung zu stehen: dank lernender Software, Robotern, neuen Energieträgern, ungeahnten Rechenkapazitäten.

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